Erfahrungsraum Dialog

Artikel als pdf

 

Diesen Artikel als PDF herunterladen…


Weiterbildung zur DialogProzessBegleitung

(nach Buber/Bohm/Dorithy)

 

Um was es geht

Der Dialog ist eine besondere Gesprächsform, die uns hilft, auf eine neue Art und Weise in Beziehung zu sein. Sie ermöglicht uns neue Denkansätze: für die Zusammenarbeit, den Umgang mit Konflikten, für Entscheidungen und Problemlösungen. Anders als bei den üblichen – meist unbewusst praktizierten – Formen der Diskussion oder der Debatte wird beim Dialog davon ausgegangen, dass alle Teilnehmer*innen einen guten Grund haben, die Dinge so zusehen, wie sie sie sehen. Dadurch entsteht ein Raum gegenseitigen Respekts, in dem die andere Meinung wertvoll ist und als Teil der zu findenden, besten Lösung anerkannt wird. Diese Qualität in der Begegnung wirkt sich unmittelbar sinnvoll auf die zu erarbeitenden Ergebnisse aus.
Eine dialogische Haltung im Austausch mit anderen zu üben und zu praktizieren ist wesentlicher Bestandteil des Dialoges. Es geht darum, ruhig und zentriert zuzuhören und die eigenen inneren Reaktionen zu beobachten. Dabei wird der Selbstkontakt gestärkt, wir kriegen unser Fühlen und Denken mehr mit. So können sich mit der Zeit unsere Vorannahmen, unsere Meinungen oder Überzeugungen weiten und wandeln.

 

Dialogkreise begleiten

Dialogprozesse professionell zu begleiten heißt, die eigene dialogische Haltung und Prozesserfahrung der jeweiligen Gruppe zur Verfügung zu stellen. Dadurch unterstützen und fördern ProzessBegleiter*innen die Entwicklung eines sicheren Vertrauensraumes, indem Vielfalt und Spannungen bejaht werden können. Das Kultivieren einer dialogischen Haltung braucht Geduld, viele Wiederholungen, Humor und vor allem ein Miteinander. Es geht nicht darum, irgendetwas perfekt zu beherrschen, sondern darum, sich und dem DialogProzess zu vertrauen, dabei Erfahrungen zu machen, zu üben, zu experimentieren und zu forschen.
Die Weiterbildung zur DialogProzessBegleitung ermöglicht den Teilnehmer*innen, sich über längere Zeit intensiv mit dem Dialog auseinanderzusetzen. Sie bietet Raum für Selbsterfahrung und einen bewussten Umgang mit den eigenen Stärken und Schwächen, die sich in der Begleitung von Dialogprozessen auswirken können.

Die Weiterbildung ist in vier Modulen von jeweils 3 Tagen aufgeteilt.

 

ProzessBegleiterinnen

Gudula Tielke
DialogProzessBegleiterin, Yoga und Meditationsbegleitung, Diplom-Sozialpädagogin
www.meditation-tielke.de

Beate Schwarz
DialogProzessBegleiterin, systemische Beraterin und Coach, Diplom-Sozialpädagogin

 

Termine

16.-18. September 2021 / 09.-11. Dezember 2021 / 17.-19. Februar 2022 / 28.-30. April 2022

PS.: auch wenn Ihr am Ende der Weiterbildung ein Zertifikat in den Händen haltet, geht das Üben und Lernen weiter :)))

 

Zeit

Donnerstag und Freitag 9:30 bis 17:30, Samstag 9:00 bis 15:00

 

Veranstaltungsort

LAELKB Landeskirchliches Archiv, Veilhofstraße 8, 90489 Nürnberg

 

Kosten der 12tägigen Weiterbildung

Euro 1450.- für Selbstzahler(inkl. MwSt.) Euro 2000.- für Organisationen (exkl. MwSt.) ohne Unterkunft und Verpflegung
Falls auf Grund gesetzlicher Regelungen während der Corona Pandemie ein Modul nicht stattfinden darf, suchen wir gemeinsam nach einem Ersatztermin.

 

Anmeldung bitte per Email an

beate.schwarz@schwarz-partner.de oder
Info@meditation-tielke.de

 

Literatur

„Der Dialog“ Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen
David Bohm erschienen im Klett-Cotta Verlag

„Miteinander Denken“ Das Geheimnis des Dialogs
Hartkemeyer/Dorithy erschienen im Klett-Cotta Verlag

 

 

Impulse für die dialogische Haltung

(nach Dorithy/Hartkemeyer)

die Haltung einer/s Lernenden verkörpern
Meine Rolle als Wissender aufgeben für das Interesse an dem, was anders ist, als ich es bereits kenne.

radikaler Respekt
Ich akzeptiere nicht nur, wer du bist. Ich versuche auch, die Welt aus deiner Perspektive zu sehen.

Offenheit
Versuchen, den Mut zu fassen, mich wirklich zu zeigen.

von Herzen sprechen
Von dem sprechen, was mir wichtig ist, was mich wesentlich angeht.

zuhören
So zuhören, dass der Andere Dinge aussprechen kann, die er sonst vielleicht nicht ausgesprochen hätte.

Verlangsamung
Anderen allen Raum geben, um ganz zu Ende zu reden. Besonders dann wieder langsam werden, wenn das Gespräch angespannt und schnell geworden ist.

Umgang mit Annahmen und Bewertungen
Die eigenen Glaubenssätze, Interpretationen, Annahmen wahrnehmen und sie erstmal in der Schwebe halten – statt sofort zu reagieren.

produktives Plädieren
Ich lasse die anderen teilhaben an meinen Gedanken und Beobachtungen. Unterschiedliche Ansichten dürfen einfach nebeneinanderstehen. Gemeinsam gewinnen wir ein Bild, das vollständiger ist als mein eigenes.

eine erkundende Haltung üben
»Ich bin interessiert und ich möchte gern etwas darüber erfahren« Diese Aussage in einer Haltung von Neugierde, Achtsamkeit und Bescheidenheit, eröffnet Lernmöglichkeiten für alle.

 

 

Weitere Artikel